Es gibt zwei Formen der Kündigung:

 

Die ordentliche Kündigung:

Die ordentliche Kündigung wird i.d.R. unter Einhaltung gesetzlicher oder tariflicher Kündigungsfristen ausgesprochen. Grund für die ordentliche Kündigung sind meist betriebsbedingte Gründe, d.h. dem Betrieb geht es schlecht und deshalb wird Personal abgebaut.

Die außerordentliche Kündigung:

Die außerordentliche Kündigung (im Volksmund auch „fristlose Kündigung“) wird meist aus verhaltensbedingten Gründen ausgesprochen. Für sie muss ein wichtiger Grund vorliegen.

 

Eine Kündigung muss immer schriftlich erfolgen. Sonst ist sie unwirksam.

Allerdings muss man auch gegen eine solche unwirksame Kündigung klagen. Sperrzeiten beim Arbeitsamt Im Zuge der Hartz- Gesetze sind die Regeln für die Verhängung von Sperrzeiten noch mal verschärft worden.

Eigenkündigungen ohne wichtigen Grund (z.B. schwere Krankheit o.ä.) führen fast immer zur Verhängung einer Sperrzeit von bis zu 3 Monaten beim Bezug von ALG. Auch die „Mitwirkung“ an der Kündigung, z.B. durch Abschluss eines Aufhebungsvertrages führt zu Sperrzeiten; auch außerordentliche verhaltensbedingte Kündigungen können eine Sperrzeit auslösen, weil man den Arbeitgeber durch die Verletzung seiner arbeitsvertraglichen Verpflichtungen daran mitgewirkt hat, dass der Arbeitgeber das Arbeitsverhältnis beendet. 

Kündigung bekommen- was nun ??

Wenn Sie ein Kündigungsschreiben bekommen: als Erstes Ruhe bewahren. Notieren Sie sich das Eingangsdatum, denn mit dem Erhalt beginnt eine Frist zu laufen. Wenn Ihnen der Arbeitgeber die Kündigung aushändigt, brauchen Sie nichts zu unterschreiben. Es ist zwar ungefährlich, den Erhalt zu quittieren, aber als juristischer Laie übersehen Sie vielleicht, dass Sie mit der Unterschrift gleich die Kündigungsgründe anerkennen oder auf rechtliche Schritte verzichten o.ä.

Deshalb: Unterschreiben Sie grundsätzlich nichts! Erst recht nicht, wenn Ihnen gedroht wird!!

Die Klage

Wenn Sie die Kündigung gerichtlich angreifen wollen, müssen Sie innerhalb von 3 Wochen nach Erhalt (Zugang) der Kündigung beim Arbeitsgericht Klage erheben. Beachten Sie diese Frist vorsorglich bitte auch bei mündlichen Kündigungen.

Warum klagen?

Wenn Sie in einem Betrieb mit mehr als fünf (ggf. zehn) Arbeitnehmern länger als sechs Monate arbeiten, gilt das Kündigungsschutzgesetz für Sie, und der Arbeitgeber darf Ihnen nicht grundlos kündigen. Sie haben das Recht, eine betriebsbedingte Kündigung nach sozialen Gesichtspunkten prüfen zu lassen oder ob bei fristloser Kündigung wirklich ein „wichtiger Grund“ vorliegt (was meistens nicht der Fall ist). Im letzteren Fall ist die Klage schon wegen der drohenden Sperre beim Arbeitsamt extrem wichtig! Und noch ein Hinweis: Existiert ein Betriebsrat, muss dieser vor der Kündigung angehört werden. Vergisst der Arbeitgeber dies, ist die Kündigung unwirksam. Auch hier muss der Arbeitnehmer trotzdem gegen die unwirksame Kündigung klagen.

Anspruch auf Abfindung?

Arbeitnehmer haben bei einer Kündigung zunächst keinen grundsätzlichen Anspruch auf Zahlung einer Abfindung. Oftmals bieten Arbeitgeber Abfindungen an, um gerichtliche Streitigkeiten zu vermeiden und auch Kündigungsschutzprozesse enden i.d.R. mit Abfindungen. Trotzdem kann man nicht automatisch mit einer Abfindung rechnen.

Was ist noch zu beachten?

Unmittelbar nach Erhalt der Kündigung müssen Sie sich bei der Arbeitsagentur persönlich arbeitslos melden. Dieser Zwang gilt auch, wenn Sie wegen längerer Kündigungsfristen noch gar nicht sofort arbeitslos werden. Melden Sie sich verspätet, droht eine Sperrzeit!

 

Während eines laufenden Verfahrens (Klage) vor dem Arbeitsgericht sollten Sie Ihren Prozessvertreter über neu eingetretene Umstände unverzüglich informieren. Sei es, dass der Arbeitgeber Kontakt zu Ihnen aufgenommen hat oder auch falls Sie umgezogen, arbeitsunfähig erkrankt sind oder in Urlaub / Kur gehen.